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Es gibt sie, diese schlechten Tage, wo man alles am liebsten hinschmeißen würde. So ein Tag ist heute. Nach einem Ärgernis am gestrigen Tag und einer nicht zufriedenstellenden Lösung am heutigen Tag beginnt man zu überlegen ob es das alles Wert ist. Warum engagiert man sich mit ganzer Kraft, wenn man das Gefühl hat, das man eigentlich unerwünscht und man mit Deiner Arbeit nicht zufrieden ist? Man hat einen Charakter, der mitunter negativ bei anderen ankommt. Es stört die Leute wie man auf bestimmte Dinge reagiert. Die eigenen Tonlagen sind grenzwertig. Viele Leute stören sich daran, wie man mit ihnen redet. 
Daran ist schon meine letzte Beziehung gescheitert. Wen man nicht aufpasst, dann scheitert das ganze Leben daran.

©Frank-Kreitner.de

Man sagt, dass die Vergangenheit den Menschen formt. Ist das wirklich so? Die eigene Kindheit prägt uns bis ins hohe Alter, sie macht uns zu dem wie wir heute sind. Sie formt unsere Persönlichkeit. Doch wie muss man als Kind behandelt werden um heute ruhig und nicht kritikfähig zu sein, kein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen zu haben, sich selbst nicht zu lieben und es jedem recht machen zu wollen. Wie haben die Eltern das Kind erzogen, welches heute Angst vor Ablehnung und Angst davor hat, dass jemand schlecht über ihn denkt?

Fakt ist, dass meine Kindheit gezeichnet war durch viele negative Einflüsse innerhalb der Familie. Das zeichnet mich bis heute. Wie soll man lernen, ein normaler Mensch zu sein, wenn einem dies nicht im Kindesalter gezeigt wurde? In vielen Sachen habe ich meine Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Ich habe mir beigebracht es besser zu machen. Gewalt? Jeder körperlichen Konfrontation gehe ich gezielt aus dem Weg.

Alkohol? Ja, ich war auch 2-3x betrunken. Das letzte Mal vor ca. 4 Jahren. Es hat mir vor Augen geführt, dass ich nie und nimmer so werden will, wie ich es in der Kindheit vielleicht kennengelernt habe. Seitdem rühre ich so gut wie keinen Alkohol mehr an. Und ich gehe auch so ganz gut durchs Leben.

Der Mensch hat verschiedene Stufen, die er durchlaufen muß, und jede Stufe führt ihre besonderen Tugenden und Fehler mit sich, die in der Epoche, wo sie kommen, durchaus als naturgemäß zu betrachten und gewissermaßen recht sind.

Johann Wolfgang von Goethe

Zeit sich neu zu erfinden

Warum nun diese Zeilen? Es ist der Moment gekommen, wo man ernsthaft darüber nachdenkt, ob es das ist, wie man weiterleben will. Wozu durch sein Verhalten die Leute von sich wegstoßen? Oder auf jedes kleine Wort falsch reagieren? Warum nicht einfach über bestimmte Dinge hinwegsehen?

© Frank Kreitner.de

Vielleicht ist es der versuchte Perfektionismus und der eigene Ehrgeiz, welcher falsch bei den Leuten ankommt. Es ist vielleicht Zeit sein ganzes Verhaltensmuster völlig neu zu überdenken. Vielleicht sollte man beginnen sein Ganzes ICH neu zu erfinden. 

Das Leben ist eine ständige Baustelle. Wenn du dich selbst neu erfinden möchtest, reicht es nicht aus, wenn du nur kleine Schritte unternimmst, um dich „etwas“ zu verändern. Wenn du es wirklich willst, dann musst du alle Hebel in Gang setzen, um eine neue, bessere Version von dir zu gestalten. Sich selbst neu zu erfinden – ob du eine neue Karriere anstreben, deine Zukunft neu gestalten, oder deine Beziehung verändern willst – ist harte Arbeit, die sich aber auszahlt. Wenn du dich neu erfinden willst, dann muss man einen Vorgehensplan aufstellen, du musst dich mit deinen Schwächen auseinandersetzen und du darfst nie aufhören, zu Lernen.

Eines ist aber sicher. Der Weg wird lang und steinig.

 

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