Lesedauer 2 Minuten

Eigentlich wollte ich nicht mehr so viel über Depression und meine Stimmung schreiben. Es gab aber einige Kommentare, die mich ermuntern, doch ein wenig darüber zu bloggen. Es gab zum Teil bewundernde Stimmen, dass ich so offen über dieses Thema reden kann.

Ich kann euch sagen, dass dies nicht immer so war. Mich stört extrem, dass um diese Krankheit ein riesen Geheimnis gemacht wird. Erst in den letzten Jahren kamen immer mehr Meldungen über Prominente, wo plötzlich bekannt wird, dass sie unter Depressionen leiden oder litten. Robin Williams, Daniel Kübelböck sind nur zwei der bekannten Namen.

Der Moment, an dem ich begann offen darüber zu reden, war der Tot von Robert Enke. Jener Fußballer von Hannover 96 der keinen anderen Ausweg mehr fand als den Suizid. Soweit war es zum Glück bei mir noch nie und wird es hoffentlich auch nicht. Es gab zwar mal einen Tag, wo ich verzweifelt in das Telefon brüllte, das ich mich dann auch gleich umbringen könnte. Das war bei der kurzzeitigen Trennung von meiner Ex-Freundin. Konsequenz war dann das plötzlich der Notarzt und die Polizei in meiner Wohnung stand.

Depression – Wenig Verständnis bei anderen

Die Leute, die mit Depressionen noch nie in Berührung gekommen sind, bringen zum großen Teil kaum Verständnis auf. Grund ist hauptsächlich die Unwissenheit über die Symptome. Diese können bei jedem anders sein und ich mag zu behaupten, dass keine Depression miteinander zu vergleichen ist. Um mal zwei Beispiele zu nennen. Ich war öfters krankgeschrieben wegen einer depressiven Episode. Bei einer Krankschreibung wurde ich bei meiner Rückkehr auf Arbeit tatsächlich gefragt, ob ich jetzt geheilt bin. Immerhin war ich ja zwei Wochen krank gewesen. Das andere mal wurde mir gesagt, dass ich doch gar nicht depressiv bin, da ich doch lache.

Und solche Frage sind ein Anlass von mir offen darüber zu reden. Die Leute versuchen aufzuklären. Ihnen zu erklären was Depressionen sind und wie sie sich bemerkbar machen. Allerdings bezweifle ich leider das einige das nicht verstehen oder verstehen wollen. Fakt ist, dass diese Offenheit nicht immer gut ankommt. Sei es auf Arbeit oder auch im privaten. Damit muss ich leben. Ich werde mich von diesen Stimmen aber nicht davon abbringen lassen, weiter zu machen.

Ich versuche, in diesem Blog wirklich so ehrlich und offen zu sein wie möglich. Mitunter muss ich aber auch überlegen, ob ich das wirklich jetzt so schreibe und wie das rüberkommt. Ich will kein Mitleid oder dergleichen. Aber letztendlich ist diese offene Art ein kleiner Beitrag um über Depressionen aufzuklären. Aber letztendlich ist diese offene Art ein kleiner Beitrag um über Depressionen aufzuklären. Und da nehme ich die wenigen Unwegsamkeiten, die meine Offenheit mit sich bringt, gerne im Kauf. Im Nachhinein ist die Entscheidung offen darüber zu reden die genau richtige Entscheidung gewesen.

Creative Commons License Attribution-NonCommercial-ShareAlikeRepublish