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Winter ist wirklich eine Jahreszeit, die ich absolut nicht mag. Klar es hat schon was, wenn der Frost die Wiesen weiß färbt. Die Luft im Winter ist auch viel klarer als im Sommer. Ob das allerdings wirklich so ist, weiß ich nicht. Auf alle Fälle empfinde ich das so.

Was mich am Winter so extrem nervt, ist die Kälte, das graue und das Frühe dunkel werden. Im Winter kommt bei mir auch die Stimmung nie wirklich hoch. Manche reden von einer Winterdepression. Diese Definition trifft bei mir allerdings nicht zu, da ich ja grundsätzlich an Depressionen leide. Oft liege ich einfach nur auf der Couch und schaue in die Glotze.

Die Winterdepression oder saisonal-affektive Störung (auch SAD von Seasonal Affective Disorder; von der Jahreszeit abhängige emotionale Störung) ist eine depressive Störung, die in den Herbst- und Wintermonaten auftritt.

Neben den depressiven Symptomen einer bedrückten Stimmung, Reduzierung des Energieniveaus und Ängstlichkeit kommen für Depressionen atypische Symptome hinzu wie Verlängerung der Schlafdauer, verstärkter Appetit auf Süßigkeiten (Kohlenhydratheißhunger) und Gewichtszunahme. Dagegen treten bei der saisonal unabhängigen Depression eher Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafverkürzung auf.

Quelle: Wikipedia

Auch das dick anziehen nervt. Dieses ewige lange Anpellen und letztendlich friert man doch wieder. Dagegen ist der Frühling und der Sommer die genau richtige Jahreszeit für mich. Lockere Kleidung, warm, lange hell. Genau das richtige für meine Seele.

Nun macht man sich ja doch Gedanken, wie man den Winter halbwegs vernünftig über die Runden bekommt. Ins warme Fliegen hilft ja auch nur für kurze Zeit, da man ja doch auf einen Job angewiesen ist.

Aktivitäten – Bei der Jahreszeit genau richtig

In der Reha wurde mir beigebracht, dass Aktivitäten genau das Richtige gegen Depressionen und Niedergeschlagenheit sind. Man begründete das mit dem Fakt das Aktivitäten Dopamin im Gehirn freisetzt.
Das ganze nennt man das mesocortikolimbisches Belohnungssystem.

Das Belohnungszentrum, das auch mesocortikolimbisches Belohnungssystem genannt wird, ist ein kleines verzweigtes Netz aus Hirnarealen, in denen der höchste Dopaminwert entsteht.
Dieses Netz wird aktiv, wenn wir Reize wahrnehmen, die uns mit Freude erfüllen, wie Schokolade zu essen, Geschlechtsverkehr zu haben, einkaufen zu gehen, etc. Selbst eine einfache Vorstellung kann es aktivieren.

Aber genug mit Fachbegriffen. Ich bin kein Arzt und wie schon letztens geschrieben hatte soll dieser Blog auch nicht als Ersatz für professionelle Hilfe rüberkommen.

Was mache ich nun anders als vor der Reha? Schon während der Reha habe ich damit begonnen mich wieder mehr zu bewegen. In Lindow / Mark waren das vor allem spazieren gehen und Sport. Bis 2017 war ich ziemlich sportlich aktiv.

Jahreszeit - Als Hobbyradsportler in Poznan

Zu meinen besten Zeiten als Hobbyradsportler. Hier in Poznan.

Ich war zwar kein Leistungssportler, aber ich habe als Hobbyradsportler bei diversen Amateurradrennen teilgenommen.

So war ich unter anderem beim Berliner Velothon oder auch bei der Oderrundfahrt am Start. Letzteres war für mich die größte Herausforderung, da Frankfurt (Oder) und Umgebung doch hügliger ist, als man denkt. Auch größere Trainingsausfahrten waren die Regel. So bin ich unter anderem gut 200 km in den Spreewald und zurückgefahren. An einem Tag wohlbemerkt.

Nach der Reha habe ich wieder meine ehrenamtliche Arbeit bei der Partei DIE LINKE. Frankfurt (Oder) aufgenommen und bei unserer Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Diese beiden Funktionen nehmen schon mal viel Zeit in Anspruch.

Arbeiten im BLOK-O

Arbeiten im BLOK-O

Dann wurde in Frankfurt (Oder) das Coworking-Space BLOK-O eröffnet. Es ist schon fast zur Tagesroutine geworden, dass ich dort viel Zeit verbringe und arbeite.

Meine neue Partnerin Peggy hat mich erfolgreich dazu bewegt endlich wieder ins Fitnessstudio zu gehen. Wir versuchen mindestens zweimal die Woche für ein bis zwei Stunden uns gemeinsam im Studio zu betätigen. Aufgrund meines Übergewichts ist das auch dringend notwendig.
Peggy hat auch einen Hund mit dem wir, wenn ich bei ihr schlafe, diverse Kilometer spazieren gehen.
Mein Auto steht jetzt öfters in der Garage als früher. Das heißt, dass ich vieles zu Fuß bewältige.

Diese Jahreszeit ist auch zum lesen gut

Auch lese ich wieder viel mehr als früher.
So habe ich zum Beispiel „Oder Florida“ von Christian Bangel und die Autobiografie „Der Weg ist weiter als das Ziel“ vom Ultraradsportler Christoph Strasser gelesen. Derzeit lese ich den Roman „Für hier oder zum Mitnehmen“ vom Gründer des Coworking-Space St. Oberholz Ansgar Oberholz. Das Sankt Oberholz betreibt auch das oben erwähnte BLOK-O in Frankfurt (Oder).

All das hilft mir derzeit ungemein diese Jahreszeit erfolgreich hinter mir zubringen und auch meiner psychischen Erkrankung entgegenzuwirken. Ich habe eingesehen das ein Rückzug völlig das falsche ist um sich wohlzufühlen.

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