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Oh man, da habe ich mir zwar vorgenommen, alle zwei Tage einen Artikel zu schreiben, aber heute ist der letzte nun schon tatsächlich drei Tage her. Und da sind wir schon bei dem Thema, was mich immer so negativ begleitet. Eigentlich schon seitdem ich denken kann. Ich stelle mich selbst immer enorm unter Druck. Es muss immer alles perfekt sein. Ja, ich bin auch einer, der selten Nein sagen kann.

Ich will es allen immer recht machen, um auch in Zukunft noch gefragt zu werden. Nach außen will ich den Eindruck hinterlassen, dass man sich jederzeit auf mich verlassen kann.

Jetzt nicht falsch verstehen. Dass was ich ehrenamtlich mache, tue ich unheimlich gerne und es ist mir auch nicht zu viel. Wenn es zu viel wird, sage ich es oder verschiebe die Erledigung um ein paar Tage. Es sind andere Dinge, die mehr Druck in mir aufbauen. Kommen wir zum Beispiel auf das nicht Nein sagen können zurück.

Freundschaft Nein sagen
Freundschaften müssen auch mal ein Nein aushalten können

Eine Freundschaft die wohl keine war

Ich hatte bis vor gut 10 Jahren kaum Freunde. Eigentlich gar keine. Ich lebte mein Leben nur mit meiner damaligen Freundin, die sich 2008 von mir trennte. Mit meiner jetzigen Ex-Freundin kam ich kurz danach zusammen und erst da begann sich ein Freundeskreis aufzubauen.
Es entwickelten sich Freundschaften, die bis heute Bestand haben und die mir guttun. Es gab aber auch Freundschaften, die sich letztendlich als falsch herausstellten.
Ein exemplarisches Beispiel ist eine Freundin. Sie lernte ich durch meine jetzige Ex-Freundin kennen. Wir mochten uns sehr und hatten viel gemeinsam unternommen.
Sie fragte mich auch mal, ob ich ihr aus einer finanziellen Misere helfen kann. Und da sind wir auch schon, beim nicht Nein sagen können.
Wie selbst verständlich gab ich ihr das Geld in Höhe von 300 €. Wir vereinbarten das sie mir das nach und nach zurückzahlt. Leider dauerte es gut 6 Jahre, bis ich das Geld wiederhatte. Und jetzt, wo sie keine Schulden mehr bei mir hat, meldet sie sich nicht oder legt scheinbar keinen Wert mehr auf unsere Freundschaft.

Aber das ist nur ein Beispiel. Ich sage sehr oft Ja zu Aufgaben und stelle dann im Nachhinein fest, das ich mir da zu viel aufhalst habe.
Da ich aber perfekt sein will, erledige ich diese Aufgabe und denke dann nicht an mich und mein Wohlbefinden.
In der Reha habe ich gelernt, dass man auch mal Nein sagen können muss. Und das versuche ich nun seitdem intensiv umzusetzen. Ja klar habe ich geschrieben, dass ich alle zwei Tage einen Artikel poste. Bevor ich aber nur Müll schreibe, verschiebe ich den Artikel um ein paar Tage.
Mir geht es dabei besser. Ich muss einfach auch mal zu mir selbst Nein sagen. 

Ein Nein muss immer eine Option sein

Und so soll es auch in Zukunft sein. Wenn es die Menschen stört, dass man auf eine Frage auch mal Nein sagt, dann sind sie es nicht wert sich weiter mit ihnen zu beschäftigen.
Mir ist auch klar, dass es im normalen Berufsleben unter Umständen problematisch sein kann, wenn man eine Aufgabe ablehnt. Aber wenn man es selbst in der Hand hat, dann sollte man zu dieser Option zurückgreifen.

Ein Nein ist kein Beinbruch, sondern ein Zeichen von Selbstbewusstsein.

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