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Nun befinde ich mich schon in der vierten Urlaubswoche von insgesamt acht. Groß hatte ich geplant, was ich alles machen will, aber derzeit merke ich, dass Planung genau das ist was ich derzeit nicht gebrauchen kann.

Planung über den Haufen geworfen

Bis gestern und damit gut drei Wochen habe ich damit verbracht wichtige Unterlagen für die Kommunalwahl zusammenzutragen, auszufüllen und am Dienstag endlich zum Kreiswahlbüro zu schaffen. Am Ende habe ich gemerkt das dies ganz schön, so gerne wie ich es auch mache, an die Substanz geht.

Man kann sagen, dass ich jetzt so richtig urlaubsreif bin. Und das ist auch der Grund, warum ich meine angekündigten Urlaubspläne nun völlig über den Haufen werfen werde. Ein durchgeplanter und am Kalender orientierter Urlaub ist das was ich derzeit nicht gebrauchen kann.
Stattdessen werde ich es ruhiger angehen lassen und spontan entscheiden was ich mache. Keine Termine, kein Stress, keine Sitzungen. Das einzige woran ich teilnehme, ist die Kandidatenschulung in Frankfurt (Oder). Das ist auch okay, da überschaubar. Ansonsten werde ich aber alles kurzfristig entscheiden und buchen.

Planung
Planung nach Kalender brauche ich derzeit absolut nicht

Erstmal finde ich es gut, dass ich mich rechtzeitig selbst einschätzen konnte. Was mir aber mal wieder auffällt, ist die Tatsache, dass ich voller Enthusiasmus plane und umso näher der Tag kommt, umso mehr merke ich, dass es mir zu viel wird. Das soll nicht bedeuten, dass ich unzuverlässig bin. Trägt man mir Aufgaben auf, so erledige ich sie absolut korrekt und schnell. Vielmehr geht es um Sachen, die ich mir selbst vornehme. 
Aber gut, dass ich rechtzeitig die Notbremse gezogen habe, bevor ich Lustlos durch Deutschland toure.Ich muss spontaner werden. Einfach früh aufstehen und entscheiden was man macht. Solange ich dafür die Zeit habe sollte man sie auch nutzen.

Gedanken die mich so bewegen

Was geht mir sonst so noch durch den Kopf? Zum Glück nicht viel. Das war auch schon mal anders. Vielmehr ist es die Vorfreude auf das was mich in den nächsten Wochen und Monaten erwartet.
Das erste Mal, wenn man von der Kandidatur zum Kreisgeschäftsführer mal absieht, für ein politisches Mandat kandidieren. Da geht einem schon einiges durch den Kopf. Was kommt alles auf einem zu? Wie schlägt man sich im Wahlkampf?
Aber es sind keine negativen Gedanken, sondern durchaus positive. Ich traue mir das alles absolut zu und weiß, dass es nicht einfach wird. Nicht vor der Wahl und auch nicht danach, sofern ich gewählt werde. Ich sehe das als Möglichkeit an noch mehr aus mir herauszukommen. 

Ansonsten nervt mich derzeit das unbeständige Wetter. Dieser ständige Regen und der Wind. Ich brauche endlich die Sonne und den Frühling. Einfach auf die Parkbank setzen und lesen. Spazieren gehen auf der Uferpromenade. Draußen im Café sitzen. Das ist das worauf ich mich freue.

Was mir noch gestern durch den Kopf ging war die Veranstaltung „Hin & Weg“ im BLOK-O. In diesem neuen Format geht es darum das Menschen darüber berichten, warum sie aus Frankfurt (Oder) weggezogen sind und warum sie ausgerechnet sich für Frankfurt (Oder) als ihre neue Heimat entschieden haben.
Da habe ich noch mal selbst reflektiert, warum ich diese Stadt so liebe und ich keinen Tag bereue seitdem ich hier lebe. Gut neun Jahre ist es mittlerweile her, dass ich hierhergezogen bin.

Als Kind wollte ich immer in Berlin leben. Da war ich beeindruckt von dieser Größe und den vielen Menschen. Wenn ich heute nach Berlin fahre freue ich mich jedes Mal darauf wieder in mein Frankfurt (Oder) zurückzukehren. Hier habe ich alles was ich brauche. Hier fühle ich mich wohl. Gesellschaftlich bin ich mittlerweile fest verankert. Wenn man auf der Straße langläuft trifft man immer jemanden, den man kennt. 

Bei der Veranstaltung gestern saßen zum Beispiel Vertreter von vier Parteien und Bürgerinitiativen beisammen, die zufällig aufeinandertrafen und diskutierten mit Kulturschaffenden. Wo bekommt man so was in einer Großstadt? Das ist nur ein Beispiel. Ich könnte noch viele Gründe aufzählen, warum ich es nicht bereue hier zu leben.

© Frankfurt (Oder) Comicbrunnen
© Frankfurt (Oder) – Comicbrunnen

Das einzige was mich an Frankfurt (Oder) zuweilen aufregt sind die Menschen, die ständig am Meckern sind und uns mit Großstädten vergleichen. Bestes Beispiel ist der jährliche Weihnachtsmarkt. Immer das vergleichen mit anderen Märkten in Dresden, Berlin und sonst wo. Anstatt stolz zu sein, dass sich so eine kleine Stadt solch eine Markt gönnt der dann auch noch gut vier Wochen aufhat.

Die Stadt hat sich rasend schnell verändert in den letzten Monaten. OK, vielleicht schaue ich etwas durch die Links-Rote Brille, aber ich empfinde die Stimmung in der Stadt deutlich besser als vor einem Jahr. Und redet man mit anderen Menschen trifft dieses Empfinden durchweg auf Zustimmung. Man verspürt eine gewisse Aufbruchsstimmung. Man merkt, dass es vorwärtsgeht. Die Stadt verändert sich positiv.

Da freut man sich umso mehr, dass man ein kleiner Teil des Ganzen ist. Man ist stolz das man einen kleinen Anteil daran hat, dass es so positiv aufwärts geht.

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